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Aufgrund seines lauten, auffälligen Gesangs gehört der Gelbspötter zu den Vogelarten, die im Rahmen von Revierkartierungen relativ gut erfassbar sind. Allerdings beschränken sich Nachweise meistens auf die Meldung von singenden Männchen, während echte Brutvorkommen (sicher brütend) selten nachgewiesen werden.
Im Auftrag von AQUILA hat Dipl. Biol. Anne Puchta in der Brutsaison 2006 der Bestand des Gelbspötters im Kerngebiet seiner Verbreitung in Vorarlberg erfasst; im Rheindelta fanden außerdem Bruterfolgskontrollen statt.
Insgesamt wurden am Bodenseeufer, im Leiblachtal und im nördlichen Rheintal bis hinauf nach Hohenems/Mäder 28 Gelbspötter-Reviere festgestellt, so dass sich der Gesamtbestand für Vorarlberg mit rund 30 Revieren recht gut abschätzen lässt. Nahezu alle Reviere befanden sich am Bodenseeufer (19 Rev.) und am Ufer des Alten Rheins bei Lustenau-Hohenems (7 Rev.) und bei Gaißau (1 Rev.) auf (ursprünglichen) Aue-Standorten in weniger als 500 m Entfernung vom Wasser. Neben der Weichholzaue (Silberweide, Birke) wurden vor allem parkähnliche Landschaften im Siedlungsraum sowie Ruderalstandorte besiedelt.
Im Rheindelta schlüpften in drei von insgesamt sieben Revieren Junge, zwei Bruten waren sicher erfolgreich. Die 3-4 Jungen flogen Ende Juni aus. Einiges deutet darauf hin, dass der Bruterfolg (Anzahl flügger Jungvögel) im gesamten Untersuchungsgebiet nicht sehr hoch war. Vermutlich blieben mind. 25-30 % der Reviervögel unverpaart und nahmen somit nicht an der Fortpflanzung teil. Die Bestandserhebung von 2006 hat also deutlich gezeigt, dass der befürchtete Bestandsrückgang in Vorarlberg signifikant ist und der schlechte Bruterfolg Anlass zu Sorgen über ein mögliches Verschwinden der Art als Brutvogel gibt.
Der Gelbspötter ist nach der „Roten Liste gefährdeter Brutvögel Vorarlbergs“ als gefährdet eingestuft. Es besteht folgender Handlungsbedarf:
- Einschränkung der Waldweide und Einrichtung von Naturwaldbereichen im Rheinholz/Gaißau
- Erhaltung von mehrstufigen Auwaldrändern und Gehölzgruppen
- Lenkung des Freizeitbetriebs im Rheinholz und an den noch besetzten Brutplätzen
Literatur:
R. Kilzer, G. Amann & G. Kilzer (2002): Rote Liste gefährdeter Brutvögel Vorarlbergs. Vorarlberger Naturschau – Rote Listen 2, 254 S.
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